BNE-JAHRESTHEMA ERNÄHRUNG
Hintergrund, Projektbeispiele, Lehr- und Lernmaterialien
Du bist, was du isst! Was isst du eigentlich? Das lässt sich ableiten von den Inhalten des Einkaufswagens, von (Gesundheits-)Werten und von individuellen Auffassungen über Ernährung. Viele Menschen reflektieren ihr bisheriges Essverhalten und entscheiden sich heute bewusster für ihre Ernährung. Die Konsument/-innen informieren sich und fragen nach, was in den Nahrungsmitteln tatsächlich enthalten ist und woher die Produkte stammen. Sie suchen Antworten zu Fragen wie etwa: Aus welcher Art von Haltung kommen das Geflügel oder deren Eier? Warum schmeckt das Gemüse vom Bauernhof aus dem Nachbardorf besser als das aus der Sonne Spaniens? Und möchten wissen, wie sie ihren Kindern oder Enkelkindern erklären können, wie die Salamischeiben in die Verpackung kommen?
Gift- und Schadstoffe im Boden… Ein kleiner Aufklärungsbeitrag leistet der Dokumentationsfilm „Unser tägliches Gift“. Der Dokumentarfilm beleuchtet, unter welchen Bedingungen Lebensmittel produziert, verarbeitet und konsumiert werden, und zwar vom Feld bis auf den Teller, von den verwendeten Pestiziden bis hin zu Zusatzstoffen und Kunststoffen, mit denen die Lebensmittel in Berührung kommen. Einen Ausschnitt des Filmes finden Sie hier.
ZUKUNFT OHNE GIFT -
KINDER VOR SCHADSTOFFEN SCHÜTZEN
Einige Untersuchungen des BUND Deutschland haben gezeigt, dass zahlreiche Kitas überdurchschnittlich stark mit gesund-heitsgefährdenden Weichmachern belastet sind. Deshalb fordert BUND Deutschland die Politik zum Handeln auf.
Machen Sie mit!
In vielen Wohlstandsländern gibt es eine Überproduktion an Lebensmitteln, die den Menschen zum Einen eine große Entscheidungsfreiheit lässt. Zum Anderen wird das vielfältige Angebot nicht mal teilweise konsumiert, weshalb Tonnen von Lebensmitteln ungegessen in Müllcontainern landen.
In Deutschland landen jedes Jahr geschätzte 20 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll, europaweit soll laut Europäischem Parlament sogar fast die Hälfte der Nahrung weggeworfen werden. Dahinter unter anderem ein falsches Verständnis des Mindest-haltbarkeitsdatums (MHD) auf Lebensmittelverpackungen, die Super-Size-Angebote zu relativ niedrigen Lebensmittelpreisen und unsere falsche Ästhetikansprüche (Einen Apfel mit einer kleinen Delle oder eine etwas braune Banane nimmt heute niemand mehr).
Der sinnvollen Weiterverwendung nicht mehr verkaufbarer, aber genießbarer Lebens-mittel hat sich in Deutschland zum Beispiel die Tafel-Bewegung verschrieben, die nicht mehr verkaufbare Lebensmittel einsammelt und an soziale Einrichtungen und Bedürftige in der Bevölkerung – als Ergänzung für ihre Speisekammer – nicht zur Grundversorgung – verteilt. Andere Bürger/-innen und darunter auch viele Landwirte bauen damit eine Biogasvergärungsanlage. Mit dem gewonnenen Biogas werden die Lieferfahrzeuge be- tanken, das spart Geld und ist eine sinnvollere Weiterverwendung als sie wegzuwerfen.
Mit den Lebensmitteln wird spekuliert. In den meisten Herkunftsländern der importierten Produkte haben die Produzenten kaum diese Entscheidungsfreiheit. Hinzu kommt, dass Ackerböden durch Pestizide und Monokulturen, wie Soja, Palmöl oder Mais in ihren natür-lichen Rehabilitationsprozessen massiv gestört werden. Viele Kleinlandwirte verlieren unter dem Druck des Weltmarktgeschehens und allzu oft aufgrund von Wasserknappheit und unberechenbaren Klimaänderungen ihre Ernte, ihr Einkommen und somit ihre täg- lichen Existenzgrundlagen. Die Handelsverpflechtungen der bi- und multilateralen Ver- träge sind zu undurchsichtig, als das sich schnell nachvollziehen ließe, warum sich vor allem in Deutschland Lebensmittel zu Niedrigpreisen verkaufen lassen, wo ihr Produk-tionsweg doch oft Tausende von Kilometern zurück liegt.
Die besseren Alternativen?
Eine Alternative bieten Produkte, die Sie aus der unmittelbaren Region beziehen können.
MUNDRAUB
LÄSST OBST UND ESSER ZUEINANDER FINDEN
Per Google-Maps-Karte werden Wege zu Gratis-Obst gezeigt. Die meisten Fundorte gibt es in Deutschland. Nicht das Plündern der Natur ist angesagt, sondern vielmehr die Hege und Pflege von Bäumen und die Wiederentdeckung der Schätze vor der Haustür. Also bitte wilde oder in Vergessenheit geratene Obstbäume zum Abernten in der MundraubMap eintragen, um sie anderen Menschen ins Bewusstsein und zum Ernten zu bringen. Weitere Informationen auf der Internetseite » www.mundraub.org (Quelle: Mundraub)
Regionale Versorgung beinhaltet öko-soziale Komponenten: Gemüse, Obst oder Fleisch werden nach natürlichen und saisonalen Reifungsprozessen und Ernte- bzw. Schlachtzeiten geerntet bzw. produziert. Ackerböden werden schonender genutzt und erhalten so qualitativ hochwertige und umweltverträgliche Erträge. Arbeitsplätze werden vor Ort geschaffen oder gehalten und der Transportaufwand ist bei allen Wertschöpfungsprozessen wesentlich geringer. Durch kürzere Anfahrten entstehen direkte Beziehungen zwischen Erzeuger/-in und Konsument/-in, was sich unterm Strich positiv nicht nur auf die Abgas-Bilanz auswirkt, sondern auch individuelle Beratung zu den Produkten möglich macht. Und wäre diese regionale Beschaffung nicht gleich viel runder, wenn Erzeuger/-innen ihre Produkte selbst vor Ort verarbeiten und vermarkten können und wenn Erzeuger/-innen und Konsument/-innen Materialverpackungen und Plastikmüll reduzieren? Ist die Wissenschaft soweit, um ökologisch abbaubare Müllverpackungen herzustellen und gibt es irgendein Produktionskreislauf der ohne Müll auskommt?
CRADLE-TO-CRADLE-INITIATIVE – Ewiger Kreislauf: Wenn Materialien in geschlossenen Stoffkreisläufen zirkulieren, entsteht kein Abfall mehr. In Holland will jetzt eine ganze Region diesen Weg der Abfallvermeidung gehen. Cradle-to-Cradle heißt das Prinzip, das auf eine ganz neue Form von Konsum setzt. Zum Cradle-to-Cradle-Prinzip siehe » www.diversapack.com
Nachhaltige Regionalentwicklung lädt jede/n Bürger/in dazu ein sich aktiv (oder passiv) an der Stärkung der ländlichen Räume zu beteiligen und kann auf diese Weise eine Identität der Gemeinschaft wiederbeleben. Über 400 Regionalinitiativen in Deutschland bieten Aufklärungsarbeit, gemeinsame Aktionen und innovative Ideen, wie sich Kommunen nachhaltig in regionaler Wirtschaft und Umweltbewusstsein entwickeln können. Dazu zählen selber-anbauen, selber-kochen oder eben in Gemeinschaft gärtnern und verbrauchen. Darüber hinaus werden in Zeiten der knapp werdenden Ressourcen in Industrie- und Wirtschaftsunternehmen die Corporate Social Responsibility-Initiative (Soziale Unternehmensverantwortung) und ein „triple-bottom-line-reporting“ eine wesentlichere Rolle spielen. Ein „triple-bottom-line-reporting“ in Kombination mit der sozialen Verantwortung tragen zur einen transparenteren Kommunikation zwischen Unternehmen und Verbraucher/-innen bei.
TRIPLE-BOTTOM-LINE-REPORTING:
Mit diesem Konzept wird Erfolg eines Unternehmens (im weitesten Sinne: einer Volkswirtschaft) nicht nur am öko- nomischen Profit be- messen, sondern daran, inwiefern es gelingt, bei allen drei relevanten Faktoren der Nachhaltig
keit – Ökologie, Ökonomie und Soziales – größtmögliche Gewinne zu erzielen und dass die Unternehmen auf ihre Sozial- und Umweltverträglichkeit überprüfbar sind.
Mehr Informationen unter » www.perspektive-blau.de
Eine weitere Art nachhaltigen Wirtschaftens bietet der Faire Handel. Die Philosophie der fairtrade-Produkte entstand bereits in den 1950ern und hat im Jahr 2010 eine Umsatzsteigerung von einem Drittel gegenüber dem Vorjahr erreicht. Der Gedanke hinter fair gehandelten Produkten ist mehr als eine Wirtschaftsform; das Netzwerk der internationalen Handelspartner/-innen verfolgt gerechte Wirtschaftsbeziehungen, die alle Dimensionen der Nachhaltigen Entwicklung einschließen. Einen Einstieg in das Thema bietet folgender Kurzfilm: » www.fairstory.com
Die Akteure und Initiativen um die fairen Handelsgesellschaften setzen sich unter anderem dafür ein, dass ein weiteres globales Phänomen, das „Land grabbing“, die UN-Millennium-Entwicklungsziele einigermaßen erreicht werden. Private, sowie staatliche Investoren eignen sich große Agrarflächen an, da es in sogenannten Entwicklungsländern bisher kaum gesetzlich festgelegte Besitzansprüche auf Boden gibt. Boden, Mensch und Umwelt werden für die Produktion von Grundnahrungsmitteln, wie Kaffee, Bananen oder Weizen oder profitable Exportgüter, in einem überdimensionalen Ausmaß ausgebeutet. Neben den Landrechten für den Anbau von Grundnahrungsmitteln sind auch traditionelle Weiderechte, Wassernutzungsrechte und Nutzungsrechte für Sammelprodukte (zum Beispiel Medizinal-Pflanzen) durch die neue Landnahme bedroht. Für weitere Hintergrundinformationen lesen Sie die Seite des Forschungs- und Dokumentationszentrums Chile-Lateinamerika e.V.: » www.land-grabbing.de
„Ernährung ist das Schlüsselthema für eine nachhaltige Entwicklung unserer Welt. Die meisten Menschen verbinden mit nachhaltiger Entwicklung allerdings eher Klimaschutz, Energiesparen oder globale Gerechtigkeit als Ernährungs-themen“, so die Deutsche UNESCO-Kommission zum Jahresthema 2012 der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung. Das Umweltbundesamt erinnert daran, dass das nachhaltige Ernährungsverhalten der Verbraucher, d.h. die verstärkte Nachfrage nach Lebensmitteln aus nachhaltiger, umwelt- und tiergerechter Produktion, nach regionalen und saisonalen Produkten, mit einem reduzierten Konsum tierischer Produkte und umweltverträglich verarbeiteter und verpackter Erzeugnisse einhergeht soll.
Die Deutsche UNESCO-Kommission und der der Nationale Runde Tisch legen einen 10-Punkte-Kompass zum Jahresthema 2012 „Ernährung“ fest und schlagen die Mitmachaktion „Selbst aktiv werden – Vorbild sein“ vor:
» "Mitmachaktionen" als Pdf zum Download (167,7 kb)
» "Hintergrundinformationen" als PDF zum Download (187,4 kb)
» "Lehr- und Lernmaterialien" als PDF zum Download (217,5 kb)
» "Sammlung Lehr- und Lernmaterialien zum Thema Ernährung"
als PDF zum Download (259,5 kb)
Hintergrund, Projektbeispiele, Lehr- und Lernmaterialien
Du bist, was du isst! Was isst du eigentlich? Das lässt sich ableiten von den Inhalten des Einkaufswagens, von (Gesundheits-)Werten und von individuellen Auffassungen über Ernährung. Viele Menschen reflektieren ihr bisheriges Essverhalten und entscheiden sich heute bewusster für ihre Ernährung. Die Konsument/-innen informieren sich und fragen nach, was in den Nahrungsmitteln tatsächlich enthalten ist und woher die Produkte stammen. Sie suchen Antworten zu Fragen wie etwa: Aus welcher Art von Haltung kommen das Geflügel oder deren Eier? Warum schmeckt das Gemüse vom Bauernhof aus dem Nachbardorf besser als das aus der Sonne Spaniens? Und möchten wissen, wie sie ihren Kindern oder Enkelkindern erklären können, wie die Salamischeiben in die Verpackung kommen?
Gift- und Schadstoffe im Boden… Ein kleiner Aufklärungsbeitrag leistet der Dokumentationsfilm „Unser tägliches Gift“. Der Dokumentarfilm beleuchtet, unter welchen Bedingungen Lebensmittel produziert, verarbeitet und konsumiert werden, und zwar vom Feld bis auf den Teller, von den verwendeten Pestiziden bis hin zu Zusatzstoffen und Kunststoffen, mit denen die Lebensmittel in Berührung kommen. Einen Ausschnitt des Filmes finden Sie hier.
ZUKUNFT OHNE GIFT -
KINDER VOR SCHADSTOFFEN SCHÜTZEN
Einige Untersuchungen des BUND Deutschland haben gezeigt, dass zahlreiche Kitas überdurchschnittlich stark mit gesund-heitsgefährdenden Weichmachern belastet sind. Deshalb fordert BUND Deutschland die Politik zum Handeln auf.
Machen Sie mit!
In vielen Wohlstandsländern gibt es eine Überproduktion an Lebensmitteln, die den Menschen zum Einen eine große Entscheidungsfreiheit lässt. Zum Anderen wird das vielfältige Angebot nicht mal teilweise konsumiert, weshalb Tonnen von Lebensmitteln ungegessen in Müllcontainern landen.
In Deutschland landen jedes Jahr geschätzte 20 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll, europaweit soll laut Europäischem Parlament sogar fast die Hälfte der Nahrung weggeworfen werden. Dahinter unter anderem ein falsches Verständnis des Mindest-haltbarkeitsdatums (MHD) auf Lebensmittelverpackungen, die Super-Size-Angebote zu relativ niedrigen Lebensmittelpreisen und unsere falsche Ästhetikansprüche (Einen Apfel mit einer kleinen Delle oder eine etwas braune Banane nimmt heute niemand mehr).
Der sinnvollen Weiterverwendung nicht mehr verkaufbarer, aber genießbarer Lebens-mittel hat sich in Deutschland zum Beispiel die Tafel-Bewegung verschrieben, die nicht mehr verkaufbare Lebensmittel einsammelt und an soziale Einrichtungen und Bedürftige in der Bevölkerung – als Ergänzung für ihre Speisekammer – nicht zur Grundversorgung – verteilt. Andere Bürger/-innen und darunter auch viele Landwirte bauen damit eine Biogasvergärungsanlage. Mit dem gewonnenen Biogas werden die Lieferfahrzeuge be- tanken, das spart Geld und ist eine sinnvollere Weiterverwendung als sie wegzuwerfen.
Mit den Lebensmitteln wird spekuliert. In den meisten Herkunftsländern der importierten Produkte haben die Produzenten kaum diese Entscheidungsfreiheit. Hinzu kommt, dass Ackerböden durch Pestizide und Monokulturen, wie Soja, Palmöl oder Mais in ihren natür-lichen Rehabilitationsprozessen massiv gestört werden. Viele Kleinlandwirte verlieren unter dem Druck des Weltmarktgeschehens und allzu oft aufgrund von Wasserknappheit und unberechenbaren Klimaänderungen ihre Ernte, ihr Einkommen und somit ihre täg- lichen Existenzgrundlagen. Die Handelsverpflechtungen der bi- und multilateralen Ver- träge sind zu undurchsichtig, als das sich schnell nachvollziehen ließe, warum sich vor allem in Deutschland Lebensmittel zu Niedrigpreisen verkaufen lassen, wo ihr Produk-tionsweg doch oft Tausende von Kilometern zurück liegt.
Die besseren Alternativen?
Eine Alternative bieten Produkte, die Sie aus der unmittelbaren Region beziehen können.
LÄSST OBST UND ESSER ZUEINANDER FINDEN
Regionale Versorgung beinhaltet öko-soziale Komponenten: Gemüse, Obst oder Fleisch werden nach natürlichen und saisonalen Reifungsprozessen und Ernte- bzw. Schlachtzeiten geerntet bzw. produziert. Ackerböden werden schonender genutzt und erhalten so qualitativ hochwertige und umweltverträgliche Erträge. Arbeitsplätze werden vor Ort geschaffen oder gehalten und der Transportaufwand ist bei allen Wertschöpfungsprozessen wesentlich geringer. Durch kürzere Anfahrten entstehen direkte Beziehungen zwischen Erzeuger/-in und Konsument/-in, was sich unterm Strich positiv nicht nur auf die Abgas-Bilanz auswirkt, sondern auch individuelle Beratung zu den Produkten möglich macht. Und wäre diese regionale Beschaffung nicht gleich viel runder, wenn Erzeuger/-innen ihre Produkte selbst vor Ort verarbeiten und vermarkten können und wenn Erzeuger/-innen und Konsument/-innen Materialverpackungen und Plastikmüll reduzieren? Ist die Wissenschaft soweit, um ökologisch abbaubare Müllverpackungen herzustellen und gibt es irgendein Produktionskreislauf der ohne Müll auskommt?
CRADLE-TO-CRADLE-INITIATIVE – Ewiger Kreislauf: Wenn Materialien in geschlossenen Stoffkreisläufen zirkulieren, entsteht kein Abfall mehr. In Holland will jetzt eine ganze Region diesen Weg der Abfallvermeidung gehen. Cradle-to-Cradle heißt das Prinzip, das auf eine ganz neue Form von Konsum setzt. Zum Cradle-to-Cradle-Prinzip siehe » www.diversapack.com
Nachhaltige Regionalentwicklung lädt jede/n Bürger/in dazu ein sich aktiv (oder passiv) an der Stärkung der ländlichen Räume zu beteiligen und kann auf diese Weise eine Identität der Gemeinschaft wiederbeleben. Über 400 Regionalinitiativen in Deutschland bieten Aufklärungsarbeit, gemeinsame Aktionen und innovative Ideen, wie sich Kommunen nachhaltig in regionaler Wirtschaft und Umweltbewusstsein entwickeln können. Dazu zählen selber-anbauen, selber-kochen oder eben in Gemeinschaft gärtnern und verbrauchen. Darüber hinaus werden in Zeiten der knapp werdenden Ressourcen in Industrie- und Wirtschaftsunternehmen die Corporate Social Responsibility-Initiative (Soziale Unternehmensverantwortung) und ein „triple-bottom-line-reporting“ eine wesentlichere Rolle spielen. Ein „triple-bottom-line-reporting“ in Kombination mit der sozialen Verantwortung tragen zur einen transparenteren Kommunikation zwischen Unternehmen und Verbraucher/-innen bei.
TRIPLE-BOTTOM-LINE-REPORTING:
Mit diesem Konzept wird Erfolg eines Unternehmens (im weitesten Sinne: einer Volkswirtschaft) nicht nur am öko- nomischen Profit be- messen, sondern daran, inwiefern es gelingt, bei allen drei relevanten Faktoren der Nachhaltig
keit – Ökologie, Ökonomie und Soziales – größtmögliche Gewinne zu erzielen und dass die Unternehmen auf ihre Sozial- und Umweltverträglichkeit überprüfbar sind.
Mehr Informationen unter » www.perspektive-blau.de
Eine weitere Art nachhaltigen Wirtschaftens bietet der Faire Handel. Die Philosophie der fairtrade-Produkte entstand bereits in den 1950ern und hat im Jahr 2010 eine Umsatzsteigerung von einem Drittel gegenüber dem Vorjahr erreicht. Der Gedanke hinter fair gehandelten Produkten ist mehr als eine Wirtschaftsform; das Netzwerk der internationalen Handelspartner/-innen verfolgt gerechte Wirtschaftsbeziehungen, die alle Dimensionen der Nachhaltigen Entwicklung einschließen. Einen Einstieg in das Thema bietet folgender Kurzfilm: » www.fairstory.com
Die Akteure und Initiativen um die fairen Handelsgesellschaften setzen sich unter anderem dafür ein, dass ein weiteres globales Phänomen, das „Land grabbing“, die UN-Millennium-Entwicklungsziele einigermaßen erreicht werden. Private, sowie staatliche Investoren eignen sich große Agrarflächen an, da es in sogenannten Entwicklungsländern bisher kaum gesetzlich festgelegte Besitzansprüche auf Boden gibt. Boden, Mensch und Umwelt werden für die Produktion von Grundnahrungsmitteln, wie Kaffee, Bananen oder Weizen oder profitable Exportgüter, in einem überdimensionalen Ausmaß ausgebeutet. Neben den Landrechten für den Anbau von Grundnahrungsmitteln sind auch traditionelle Weiderechte, Wassernutzungsrechte und Nutzungsrechte für Sammelprodukte (zum Beispiel Medizinal-Pflanzen) durch die neue Landnahme bedroht. Für weitere Hintergrundinformationen lesen Sie die Seite des Forschungs- und Dokumentationszentrums Chile-Lateinamerika e.V.: » www.land-grabbing.de
„Ernährung ist das Schlüsselthema für eine nachhaltige Entwicklung unserer Welt. Die meisten Menschen verbinden mit nachhaltiger Entwicklung allerdings eher Klimaschutz, Energiesparen oder globale Gerechtigkeit als Ernährungs-themen“, so die Deutsche UNESCO-Kommission zum Jahresthema 2012 der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung. Das Umweltbundesamt erinnert daran, dass das nachhaltige Ernährungsverhalten der Verbraucher, d.h. die verstärkte Nachfrage nach Lebensmitteln aus nachhaltiger, umwelt- und tiergerechter Produktion, nach regionalen und saisonalen Produkten, mit einem reduzierten Konsum tierischer Produkte und umweltverträglich verarbeiteter und verpackter Erzeugnisse einhergeht soll.
Die Deutsche UNESCO-Kommission und der der Nationale Runde Tisch legen einen 10-Punkte-Kompass zum Jahresthema 2012 „Ernährung“ fest und schlagen die Mitmachaktion „Selbst aktiv werden – Vorbild sein“ vor:
- Sei Vorbild als Person: Ernähre Dich bio, fair, regional und saisonal, und iss weniger Fleisch und kauf nur so viel ein, wie Du auch verzehrst.
Im Vortrag von Prof. Radermacher auf dem letzten Nationalen BNE-Runden Tisch im November 2011 war auch das Stichwort „Steak-Spende“ gefallen. Es gehe nicht nur darum, selbst weniger Fleisch zu essen, sondern auch darum, mit dem eingesparten Geld die Kaufkraft in bedürftigen Regionen zu stärken und auf diese Weise den Hunger in der Welt zu verringern.
- Überdenke Dein gesamtes Lebensmodell: Wie wär’s mit „30 – 30 – 30“?
Stell Dir vor, Du wärest ein Drittel Deiner Zeit erwerbstätig, könntest Dich ein Drittel der Zeit für die Gemeinschaft engagieren und hättest ein Drittel der Zeit für Dich privat zur Verfügung. (=> Stichworte „Gemeinwohl-Ökonomie“, „Postwachstumsgesellschaft“)
- Trage diese Ansätze in die Institutionen, in denen Du arbeitest!
» "Mitmachaktionen" als Pdf zum Download (167,7 kb)
» "Hintergrundinformationen" als PDF zum Download (187,4 kb)
» "Lehr- und Lernmaterialien" als PDF zum Download (217,5 kb)
» "Sammlung Lehr- und Lernmaterialien zum Thema Ernährung"
als PDF zum Download (259,5 kb)





